Der Obmann hat das Wort
Liebe Schiedsrichterinnen, liebe Schiedsrichter,

der Start in die neue Saison ist erfolgt und wir freuen uns, dass wir bislang ohne Einschränkungen unserem Hobby nachgehen können. Hoffen wir gemeinsam, dass dies auch im Herbst und Winter so bleibt. Jeder von uns kann dazu beitragen, wenn wir verantwortungsvoll und umsichtig handeln.

In den letzten Monaten sind wieder einige Dinge passiert, über die ich euch informieren möchte.

Nach zwei abgebrochenen Saisons konnte unser Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss nach einem regulären Abschluss der Saison 21/22 wieder eine normale Qualifikation für die Saison 22/23 vornehmen. Unsere Schiedsrichter im Leistungsbereich haben folgende Ergebnisse erzielt.

Im DFB-Bereich haben Martin Petersen und Markus Sinn ihre Aufgaben als Schiedsrichter und als Assistent in der Bundesliga hervorragend erfüllt und konnten sich auch über besondere Einsätze freuen. So war Martin unter anderem als Schiedsrichter im DFB-Pokal Viertelfinale im Einsatz und Markus kam im Team von Deniz Aytekin sogar in der Champions-League zum Einsatz. Für beide eine Bestätigung ihrer sehr guten Leistungen und für unsere Gruppe eine tolle Aussenwirkung. Markus Schmidt verbrachte einige Zeit im „Kölner Keller“ und Asmir Osmanagic war in der 2. Bundesliga regelmäßig als Assistent im Einsatz. Auch Melissa Joos war viel in der Frauen Bundesliga unterwegs und hat unter anderem bei einem U19-Turnier der UEFA weitere internationale Erfahrung gesammelt. Letzte Saison wurde die erste Runde in der Futsal-Bundesliga gespielt. Matti Kastendeich zeigte bei seinen Einsätzen in ganz Deutschland durchweg überzeugende Leistungen und hat seine Position für die neue Saison gefestigt.

In den Amateur-Spielklassen leiteten Maurice Kern und Andreas Wieczorek ihre letzten Spiele in der Ober- bzw. Verbandsliga. Maurice verließ nach 14 Jahren freiwillig die Verbandsliste ebenso wie Andreas, der 19 Jahre in den wfv-Spielklassen unterwegs war. Beiden gebührt unser herzlicher Dank dafür, dass sie unsere Gruppe so lange in den höchsten Spielklassen unseres Verbands und darüber hinaus vorbildlich repräsentiert haben.

Nach seinem Halbzeitaufstieg in die Oberliga konnte Jonathan Woldai auch in dieser Spielklasse die Beobachter überzeugen und beendete die Saison mit einem sehr guten Platz im vorderen Drittel der Tabelle. Auch Marc List und Christian Schipper haben eine konstant gute Runde gepfiffen und die Saison mit Plätzen im Mittelfeld beendet.

In der Landesliga zeigten Marvin Schwoon und Patrick Brabanski konstant starke Leistungen und verfehlten den schwierigen Aufstieg in die Verbandsliga nur knapp. Während Patrick in der neuen Saison einen neuen Versuch unternimmt, wird Marvin zum Studieren nach Kopenhagen gehen und deshalb pausieren. Moritz Herr konnte seine Leistungen stabilisieren und belegte einen Platz im ersten Drittel. Etwas schwächer verlief die Saison für Lukas Graeser-Herbstreuth und Daniel Röbbeling, die sich beide im Mittelfeld platzierten. Markus Schmidt hatte eine schwierige Runde, schaffte aber mit großem Einsatz noch den Klassenerhalt. Unser Schiedsrichter im Coaching-Kader, Marvin Monninger, hat sich vor allem in der Rückrunde sehr gut weiterentwickelt und damit den Sprung in die Verbandsliga geschafft. Zusätzlich wurde er als Schiedsrichter in der B-Junioren-Bundesliga nominiert und darf sich auf Einsätze bei den Nachwuchsteams unserer Bundesligisten freuen.

In der Bezirksliga unter Beobachtung schaffte Julian Hummel den lang ersehnten Aufstieg in die Landesliga. Besonders erfreulich auch deshalb, weil er sich von den vielen Rückschlägen nie entmutigen ließ und letztendlich für seinen Ehrgeiz belohnt wurde. Leider nicht gereicht hat es für Stefan Flaig, der in der neuen Saison einen neuen Anlauf unternimmt. Marko Potitsopoulos hat vor allem in der Rückrunde mit konstant guten Leistungen überzeugt und sich damit einen personenbezogenen Platz für die kommende Runde verdient. Marius Steffen Hofmann und Lennard Indlekofer konnten weitere Erfahrungen unter Beobachtung sammeln und werden von diesen bei ihren künftigen Spielen profitieren.

In der neuen Saison wird unsere Gruppe zahlenmäßig in den DFB- und Amateurliga-Spielklassen noch stärker vertreten sein, da wir mit John Köber einen neuen Verbandsliga-Schiedsrichter aus dem Sächsischen Fussballverband in unserer Gruppe begrüßen. Als Referee in die Landesliga kehrt Stephan Nerlich zurück, der nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den Niederlanden wieder zurück in Stuttgart ist. Ich freue mich über die Verstärkung und wünsche allen unseren Schiedsrichtern unter Beobachtung eine erfolgreiche Saison 2022/23.

Mit Start der neuen Runde beginnt auch ein neues „Zeitalter“ in der Beobachtung. In den letzten Monaten hat eine Arbeitsgruppe des DFB unter der Leitung unseres süddeutschen Obmanns Florian Steinberg den Beobachtungsbogen grundlegend überarbeitet und das Schema zur Bewertung einer Schiedsrichter-Leistung angepasst. Während die zu beurteilenden Kriterien für die Coaches und Beobachter gleichbleiben, verändert sich die Vergabe von Punkten zur Bewertung der Schiedsrichterleistung. War es bislang so, dass überwiegend nur Lernfelder und Fehler in die Gesamtbewertung eingeflossen sind, können vom Beobachter nun positive Aspekte deutlich einfacher als bisher im Bogen berücksichtigt werden. Hat ein Schiedsrichter im alten Bewertungssystem zum Beispiel eine „Notbremse“ falsch bewertet, wurde dies als schwerer Fehler so stark gewertet, dass für die restliche Saison die vorderen Plätze in weite Ferne gerückt sind. Nun macht sich ein als schwer einzustufender Fehler zwar noch immer deutlich in der Bewertung bemerkbar, kann aber durch andere, positiv zu bewertende Aspekte abgemildert werden. Ebenso kann eine fehlerfreie Leistung bei besonderen Umständen auch mit einer besonders guten Bewertung gewürdigt werden. Es wird interessant zu sehen, wie sich das neue System einspielt und auf die Bewertungen auswirkt. Ich denke und hoffe auch, dass es insgesamt gerechter und auch motivierender für unsere Schiedsrichter wird.

Wenn ich auf die letzten Monate unserer Schiedsrichtergruppe blicke, beschäftigen mich mehrere Dinge. Lasse ich unsere großen Veranstaltungen - den Kameradschaftsabend im Mai und unsere beiden Termine zur Leistungsprüfung - in der Nachbetrachtung auf mich wirken, habe ich folgende Gedanken: Die Teilnehmerzahlen waren deutlich geringer als in den letzten Jahren, die Bereitschaft zu unterstützen und mitzuhelfen war nur auf mehrmalige Nachfrage gegeben und die Leistungen sowohl im Regel- als auch im Lauftest hatten Luft nach oben. Zum Ende und Beginn der neuen Saison ist mir folgendes aufgefallen: Die Anzahl unserer anrechenbaren Schiedsrichter*innen ist leider deutlich gesunken, von 239 in der Saison 19/20 auf 207 in der letzten Runde. 32 Schiedsrichter*innen weniger bedeutet, dass mindestens 480 Spiele von den verbleibenden Schiedsrichter*innen unserer Gruppe geleitet werden müssen. Die Teilnehmerzahl an unseren letzen beiden Schulungen der vergangenen Saison und der ersten Online-Schulung in der neuen Saison lag zwischen 35 und 55 und war damit ungewöhnlich gering. Ungewöhnlich hoch war dagegen die Quote der Freistellungen im Juli. Wir hatten Wochenenden, an welchen rund 60 unserer Schiedsrichter*innen im Einsatz waren und wir nur noch 20 freie zur Auswahl hatten. Bei insgesamt rund 240 aktiven Schiedsrichter*innen hatten wir 160 Freistellungen an einem Wochenende, was einer Quote von 66% entspricht. In dieser Höhe hatten wir das bisher noch nicht.

Auch wenn diese Zahlen nur eine Momentaufnahme sind, so finde ich sie doch sehr alarmierend und sie stimmen mich sehr nachdenklich. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Was können wir tun, um diesem Trend zu stoppen und umzukehren? Ideen und Vorschläge sind gerne willkommen – schreibt mir einfach eine Mail an hofmann@abseits.biz.

Auch unseren Vereinen in Stuttgart habe ich von diesen Entwicklungen berichtet. Bei unseren Staffeltagen im Juli und August habe ich sehr intensiv das Thema Gewalt, fehlender Respekt und Wertschätzung gegenüber Schiedsrichter*innen thematisiert. Ich habe den anwesenden Vereinsvertretern deutlich gemacht, dass das Verhalten auf und neben dem Platz einen großen Einfluss darauf hat, ob wir Schiedsrichter*innen auf Dauer halten können oder Neue gewinnen. Ich habe gesagt, dass jeder Verein bei seinen Heimspielen einfach und ohne großen Aufwand wertschätzend mit uns umgehen kann. Eine saubere Umkleidekabine und ein Getränk vor dem Spiel, ein Dankeschön nach dem Spiel und eine Einladung zu einem kleinen Snack sind ohne großen Aufwand und einfach umsetzbar. Ich hoffe sehr, dass sich zumindest einige Vereinsvertreter meine Worte zu Herzen genommen haben.

In diesem Rahmen habe ich auch nochmal intensiv für unseren Neulingskurs im September geworben und bin guter Dinge, dass wir mit unserem Kurs mindestens zwanzig neue Schiedsrichter*innen für unsere Gruppe gewinnen.

Ich wünsche mir sehr, das wir alle es gemeinsam schaffen, wieder mehr Menschen dauerhaft für unser tolles Hobby zu begeistern. Der Start in die neue Saison wird uns zeigen, wo die Entwicklung weiter hingeht. Für eure kommenden Einsätze wünsche ich euch viel Erfolg und positive Erlebnisse. Bitte bleibt eurem Hobby und der Schiedsrichtergruppe Stuttgart treu.

Euer

Simon






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